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Artikel vom 01.09.2020 | zurück zur Übersicht

Die gute Idee: Handlungsempfehlung anstatt Dienstanweisung

Die gute Idee: Handlungsempfehlung anstatt Dienstanweisung
Peter Sandker aus dem Sozialen Dienst des St. Pius-Stifts in Cloppenburg stellt ein interessantes Projekt zum Thema "Ausgangsregelungen" vor.

Die Anfragen zur Ausgangsregelung in Corona-Zeiten kamen von den Bewohnern, von den Mitarbeitenden, von den Angehörigen: Wie sollen wir damit umgehen? Wie sollen wir antworten? Was ist unsere Haltung hier im Haus? Wir vom St. Pius-Stift im niedersächsischen Cloppenburg haben diese Fragen aufgegriff en und ein Ad-Hoc-Ethik-Komitee mit ausgebildeten Moderatoren für ethische Fallbesprechungen gegründet. Es sollte eine Empfehlung erstellt werden, die die Mitarbeitenden im Gespräch mit den Bewohnern und den Angehörigen ethisch stärkt. Von den Mitarbeitenden für die Mitarbeitenden sollte das kommen. Und nicht als Dienstanweisung von oben, denn Werte können nicht verordnet werden. Mitarbeitende brauchen jedoch Orientierung bei schwierigen Fragen – hier: begründete Freiheitseinschränkung, aber keine Freiheitsentziehung. Nach mehreren Treffen des Ad-Hoc-Ethik-Komitees ist dann die Orientierungshilfe erarbeitet worden. Beinahe alle Mitarbeitenden wurden daraufhin in ethischen Kurzschulungen über die Inhalte informiert, alle Bewohner bekamen die Orientierungshilfe ausgehändigt. Deren zentraler Satz: „Machen Sie mit und schützen Sie Leben, indem Sie möglichst im Haus und auf dem Gelände bleiben!“ Freiwilliger Verzicht auf nicht notwendigen Ausgang ist schließlich gelebte Solidarität. In der ethischen Gewichtung ist der Lebensschutz gewichtiger. Der ethische Konflikt zwischen Bewegungsfreiheit und Lebensschutz im Kontext einer großen Hochrisikogruppe ist ein Dilemma. Beides gleichzeitig geht nicht. In der ethischen Gewichtung ist der Lebensschutz gewichtiger. Das hat zur Folge, dass wir empfehlen, die Bewegungsfreiheit möglichst freiwillig einzuschränken und auf den Ausgang zu verzichten. Letztlich bestimmt aber jeder Bewohner selbst, wenn er gut informiert ist. Das Selbstbestimmungsrecht soll gestärkt, Bevormundung muss vermieden werden. Wir geben dem Haus auf diese Weise ein ethisches Gesicht, haben Respekt vor dem freien Willen und achten diesen. Trotzdem begleiten wir die Bewohner und bieten ihnen unsere Haltung an, um sich selber zu entscheiden. Niemand wird gezwungen. Wer das Haus verlassen und in die Stadt gehen möchte, kann dies tun und wird auch über die Konsequenzen informiert. Die Stellungnahme hat in Verbindung mit den Fortbildungen unter den Mitarbeitenden ein begründetes Bewusstsein für diesen Weg geschaffen. Die Türen waren immer offen. Aber nur wenige haben sich für Ausgang entschieden.

Copyright: Altenpflege 7/20, Vincentz Network, Hannover
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Ethische Stellungnahme

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